Man ist schon etwas überrascht, auf welche Methoden Protestler zurückgreifen. Ich kam gerade aus der Franziskuskirche in La Paz, als ich vor den Treppen zwei Särge sah. Daneben lagen Frauen und Kinder auf Decken. Sie hätten keine Arbeit und würden vor Hunger sterben, stand auf Plakaten. Es geht bei diesem Protest um die Übernahme von Bergbauarbeitern durch den Staat. Da sie bisher in Kooperativen organisiert waren, verdienten sie monatlich wesentlich mehr als vom Staat übernommene Arbeiter.
Das Land bewegt aber derzeit die verheerenden Überschwemmungen im Tropengebiet. Ich sah im Fernsehen die Bilder. Soweit man blicken konnte, überschwemmtes Land Menschen in Hütten, in denen das Wasser schon fast bis zum Bett reicht. Aber viele wollen die Hütten nicht verlassen, da sie Angst vor Plünderungen haben. Ein Bauer steht mit seinen Rindern auf einem noch nicht ganz überschwemmten Stück Land. Die Schäden werden in die Hunderte von Millionen Euros gehen.
Bei uns im Hochland hat es hingegen nur recht wenig geregnet, aber es reichte aus, um die Wege sehr in Mitleidenschaft zu ziehen. Wir haben ja keine einzige Asphaltstraße. Allerdings kamen wir durch die doch sehr kurze Regenperiode unerwartet gut mit unseren Kapellenbauten voran. Drei Kapellen sind schon gedeckt.
Funkmäßig komme ich nur ganz selten nach Dtl. durch. Wir sind im Sonnenfleckenminimum, das uns ja alle 10 Jahre erreicht und die Reflexion der Kurzwellen erschwert, d.h, sie dringen ins Weltall durch und kommen eben nicht mehr auf die Erde zum benötigten Empfang zurück. Lediglich in Telegrafie läuft es dennoch zufriedenstellend.